Auf an die Rotfront!
Die Rotfront ist den meisten besser bekannt unter dem Namen „der Rote Frontkämpferbund (RFB)“. Dieser Bund wurde 1924 von der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Halle/Saale gegründet. Es wurden alle klassenbewussten Arbeiter aufgerufen dem Rotfront-Bund beizutreten.
Im Jahr 1927 leitete Ernst Thälmann über 1.600 Ortsgruppen mit über 110.000Mitgliedern. Das Symbol des Roten Frontkämpferbunds war die geballte rechte Faust – sie stand für Stärke und sollte die ständige Kampfbereitschaft zum Ausdruck bringen.
Angegliedert waren zudem die „Rote Jungfront für Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren und der „Rote Frauen- und Mädchenbund“ für die Frauenabteilung. Die Mitglieder der Rotfront erhielten paramilitärische Schulungen und Unterricht zum Marxismus-Leninismus.
In diesem Zusammenhang taucht auch häufig der Name „Rote Hilfe Deutschlands (RHD)“ auf. Diese ebenfalls 1924 gegründete Vereinigung half inhaftierten Rotfrontkämpfern und anderen politischen Gefangenen.
Die Weimarer Republik lehnte den Roten Frontkämpferbund ab. So kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung, als der RFB trotz Verbot 1929 seine Maikundgebungen abhielt. Dies wurde als Anlass genommen die Rotfront und all seine Unterorganisationen reichsweit zu verbieten. Der Rote Frontkämpferbund existierte illegal weiter, bis er kurz nach Machtantritt der Nationalsozialisten zerschlagen wurde. Bis 1933 lieferten sich die Sturmabteilung und der RFB bürgerkriegsähnliche Straßenschlachten.
Wilhelm Pieck übergab 1925 den Vorsitz an Clara Zetkin. Weitere namhafte Unterstützer waren Albert Einstein, Kurt Tucholsky, Käthe Kollwitz, Heinrich Zille und Heinrich Mann. 1933 wurde die Rote Hilfe Deutschlands verboten und agierte illegal bis zu ihrer Zerschlagung 1935/36 durch die Gestapo. Daher setzte sie ihre Hilfe im Ausland fort.
Die Rotfront kämpfte gegen die Nationalsozialisten
Ehemalige Rontfrontkämpfer kämpften zum Teil an der Seite der Sowjetunion. Andere, die während der Weimarer Republik in der RFK oder RJ tätig waren, zählten später zu bedeutenden Anhängern der SED, genannt seien hier Erich Honecker und Erich Mielke.
Coole Mucke mit Rotfront
Der Rote Frontkämpferbund existiert so schon längst nicht mehr. Doch interessanterweise gibt es eine Berliner Band mit dem Namen Rotfront. Der Russe Yuriy Gurzhy gründete mit seinem ungarischen Musiker-Kollegen Simon Wahorn das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv Rotfront. Schnell erspielten sie sich den Ruf der ultimativen Partyband Berlins.
Ihre Mission ist es Grenzen zu durchbrechen, das zeigen sie auch am eigenen Beispiel: die Gruppe besteht aus einem Ukrainer, zwei Ungarn, einem Amerikaner, einem Australier und fünf Deutschen. Ihre Musik ist dabei ebenso bunt, Ska, Reggae, Dancehall fließen genauso ein wie frecher Hiphop, osteuropäische Turbopolka und Rockriffs. Rein hören lohnt sich also!
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